Östliche-Altstadt Ein Stück Frankreich wird am 26. Februar in die Hansestadt geholt. Dann veranstalten der Deutsch-Französische Club Mecklenburg-Vorpommern und eine Werbeagentur einen französischen Abend im Restaurant Silo 4. Verschiedene Rostocker Boutiquen zeigen französische Mode, typische Akkordeon-Musik von Bernard Bonnet erklingt, dazu gibt es ein Drei-Gänge-Menü.
„Natürlich soll auch Französisch gesprochen werden“, sagt die Agentur-Chefin Barbara Weyrich. Sie spricht die Sprache selbst nicht, hält sie aber dennoch für die schönste der Welt. Sicherlich kann Matthias Herrmann (45), Geschäftsführer der Warnowquerung, ihr an dem Abend einige Redewendungen bei einem Gläschen Rotwein beibringen.
Herrmann ist der Präsident des Deutsch-Französischen Clubs. Vor 12 Jahren wurde der Zusammenschluss in Rostock gegründet. Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sich die rund 20 Mitglieder im Restaurant „Albert & Emile“. „Wir wollen die deutsch-französische Partnerschaft fördern“, sagt Herrmann. Beispielsweise unterstützt der Club die deutsch-französische Grundschule in Toitenwinkel, organisiert Austauschfahrten in die Partnerstadt Dünkirchen oder zur Partneruniversität nach Nantes. Zudem versucht der Club, französischen Investoren die Vorzüge Rostocks schmackhaft zu machen. Eine Möglichkeit ist beispielsweise die nächste Hanse Sail im August. Dann ist nämlich Frankreich das Partnerland des maritimen Events. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, stecke auch in der Hansestadt ein wenig französische Lebenskultur, meint Herrmann. Beispiele seien das Institut franco-allemand de Rostock, einige Restaurants und Modegeschäfte in der Hansestadt.
„Leider leben zurzeit zu wenig Franzosen in der Hansestadt“, bedauert der Präsident. Vor einigen Jahren seien es wesentlich mehr gewesen. Damals wurde der Warnowtunnel von einer großen französischen Baufirma gebaut. Einige Angestellte zogen während dieser Phase mit ihren Familien nach Rostock, hätten dann aber die Stadt wieder verlassen.
Laut Herrmann ist es nie zu spät, mit dieser Sprache anzufangen. Er selbst habe sie auch erst Mitte der 90er Jahre fließend gelernt. Damals zog der aus Baden-Württemberg stammende Mann aus beruflichen Gründen an die Ostsee. „Ich habe zwar fünf Jahre Französisch in der Schule gelernt, dann aber fast 20 Jahre nicht mehr gesprochen“, gesteht er. Da die Warnowquerung die Tochter einer französischen Firma ist, musste er auch die Sprache lernen, um die Geschäftsberichte seinen Kollegen in Frankreich vorstellen zu können. „Einfach sprechen und Fehler machen, die anderen korrigieren einen dann schon“, rät er.
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