
Kettcar sind eine sichere Hausnummer: Auch auf „Zwischen den Runden“ besingt Marcus Wiebusch gelebtes Leben, geliebte Liebe und kritisiert Gesellschaft und Zeitgeist, wie nur er es kann — in und zwischen den Zeilen. Nachvollziehbar, bildhaft, manchmal so ehrlich, dass es schmerzt. Und immer aus einem Blickwinkel, den man so vielleicht noch nicht zugelassen hat. Das Thema Zweisamkeit wird oft variiert: Liebe ist das, was man tut, heißt es im Opener. Und das kann auch bedeuten, die Liebe seines Lebens betrunken zu stützen, nach Hause zu bringen und ihr das Erbrochene aus den Haaren zu pulen. Der am wenigsten um die Ecke formulierte Text ist zugleich der stärkste: In „Zurück aus Ohlsdorf“ geht es um einen alten Kumpel und dessen Beerdigung. Gänsehaut, Tränen, zustimmendes Schweigen. Musikalisch entzünden die Hamburger eher Kerzen als Böller. Balladen, nicht E-Gitarren prägen den Charakter des Albums. Kai Lachmann
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